Gerade ein Baby bekommen und trotzdem Lust zu reisen? Ging uns genauso. Nachdem wir zunächst über Bali nachgedacht hatten, entschieden wir uns für Toronto als erste große Reise: 8 Stunden und 15 Minuten Flug ab Paris mit einem Baby, das gerade drei Monate alt geworden war.

Auf dem Papier war das nicht unbedingt die einfachste mögliche Wahl. Genau das machte den Reiz aber auch aus: Wir wollten wissen, ob man eine große nordamerikanische Stadt mit Baby wirklich entspannt erkunden kann – mit Buggy, randvollem Rucksack und einem Tagesablauf, den Nickerchen und Fläschchen bestimmen.

Wenn euch schon die Anreise interessiert: Unser kompletter Erfahrungsbericht zum Langstreckenflug mit Air France und Baby ist separat verfügbar. Hier geht es um Toronto selbst.

Kontext für unsere BewertungWir waren im August 2026 viereinhalb Tage als Touristen in Toronto, zu zweit mit einem 3 Monate alten Baby. In der Stadt hatten wir kein Auto; für die Niagara Falls haben wir später einen Mietwagen genommen. Winter, Rushhour und natürlich auch nicht jedes Viertel der Stadt haben wir getestet.
Erfahrung 01

Was „babyfreundlich“ für uns bedeutet

Eine babyfreundliche Stadt ist für uns eine Stadt, in der Fortbewegung, Wickeln, Füttern und eine spontane Pause nicht jedes Mal zu einer kleinen Mission werden.

Konkret schauen wir auf Platz für den Buggy, Barrierefreiheit im ÖPNV, Möglichkeiten zum Wickeln und Füttern, die Verfügbarkeit von Babybedarf vor Ort und darauf, ob man auch mal Tempo herausnehmen kann, ohne dass jede Planänderung sofort zum Problem wird.

Das sind vielleicht nicht die glamourösesten Kriterien. Genau sie entscheiden aber darüber, ob eine Reise entspannt bleibt oder jeden Tag zu einer Logistikübung wird.

Erfahrung 02

Unser Reiseprofil

Wie wir reisen, beeinflusst das Urteil natürlich. Es war unsere erste Reise mit Baby, damals drei Monate alt. Entsprechend war unser Programm deutlich entspannter als früher zu zweit.

In diesem Alter gibt das Baby den Takt vor. Kein minutiöser Ablaufplan; wenn eine Pause nötig war, haben wir eine gemacht.

3 MonateAlter des Babys
4,5 TageZeit in Toronto
Cybex Orfeo 4Verwendeter Buggy
Wetter – nicht im PapaScore berücksichtigtDie Temperaturen lagen meist bei etwa 23–26 °C, nachdem wir zuvor in Paris eine Phase mit fast 38 °C erlebt hatten. Für uns angenehm, aber kein Bewertungsfaktor: Wetter hängt viel zu stark von Jahreszeit und konkreter Reisewoche ab.

Unser Rucksack war bei jedem Ausflug voll: Wechselkleidung, Mulltuch, Flasche, Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage, Schnuller, Kühltasche, Flaschenwärmer, Muttermilch, Sonnenhut, Wickeltasche und Wasserflasche. Leichtes Reisen sah inzwischen anders aus.

Erfahrung 03

Die richtige Unterkunft mit Baby finden

Mit Baby geht es bei der Unterkunft plötzlich nicht mehr nur um Viertel, Budget und Bewertungen. Zwei zusätzliche Kriterien waren für uns nicht verhandelbar: ein bestätigtes Reisebett – was die Auswahl deutlich verkleinert hat – und ein Kühlschrank für abgepumpte Muttermilch.

Wir haben Hotels und Airbnb verglichen. Hotels lagen für diesen Aufenthalt schlicht außerhalb unseres Budgets, also konzentrierten wir uns auf Airbnb. Mit Budget, Babybett und Kühlschrank als Pflichtfiltern wurde die Liste sehr schnell kurz.

Gefunden haben wir schließlich eine Unterkunft in Bloorcourt / Dovercourt Village, einem ruhigen Wohnviertel.

Viele der Toronto-Unterkünfte, die wir gesehen haben, waren Souterrainwohnungen. Auch unsere war nur über Treppen erreichbar. Mit Buggy nicht ideal, aber machbar. Der Cybex Orfeo 4 ist leicht genug, dass das tägliche Hoch- und Runtertragen kein großes Problem war. Mit unserem deutlich sperrigeren e-Gazelle S hätten wir darauf weniger Lust gehabt.

Erfahrung 04

Mit dem Buggy zu Fuß durch Toronto

Toronto ist riesig und weitläufig: rund 631 km², also fast sechsmal so groß wie Paris innerhalb der Stadtgrenzen. Ein einzelnes Viertel lässt sich gut zu Fuß entdecken, zwischen den Stadtteilen wird der ÖPNV aber schnell sinnvoll.

In den Vierteln, die wir besucht haben, waren die Gehwege breit und mit Buggy wirklich angenehm. Nach manchen sehr schmalen Gehwegen in Frankreich war es ungewohnt entspannend, nicht ständig das Gefühl zu haben, allen im Weg zu stehen.

Fast immer hatten wir genug Platz, um an anderen vorbeizufahren oder kurz anzuhalten, ohne direkt am Straßenrand kleben zu müssen. Übergänge waren meist eben oder ausreichend abgesenkt, sodass wir den Buggy nur selten anheben mussten.

Wir waren nicht extrem viel shoppen, hatten in den Läden, die wir besucht haben, aber keine Probleme. Auch das Eaton Centre war unkompliziert: guter Zugang, mehrere Aufzüge und genug Platz, um sich mit Buggy zu bewegen.

Cybex Orfeo 4 auf Kopfsteinpflaster während unseres Toronto-Aufenthalts
Auf KopfsteinpflasterDie gepflasterten Abschnitte, die wir in Toronto gefahren sind, hat der Orfeo 4 ohne größere Probleme gemeistert.
Erfahrung 05

Subway, Streetcar, Uber und Wassertaxi

Subway

Die unserem Airbnb nächstgelegene Station war Ossington: nicht Downtown, aber sehr gut angebunden.

Der Eingang, der unserer Unterkunft am nächsten lag, hatte keinen Aufzug. Für einen barrierefreien Zugang mussten wir ein Stück weiterlaufen. Kein Drama, aber genau so ein Detail, das man mit Buggy vor dem Losgehen gern weiß.

Die meisten Fahrten machten wir auf den Linien 1 und 2. Jede Station, die wir tatsächlich genutzt haben, hatte Aufzüge für Umstiege oder Ausgänge. Für unsere Wege funktionierte das gut.

Eine weitere positive Überraschung: Wir haben nie eine wirklich überfüllte Subway erlebt. Egal welche Linie oder Uhrzeit – es war genug Platz für den Buggy und andere Fahrgäste konnten sich weiter bewegen. Lag es am August, an unseren Uhrzeiten oder an der Ferienzeit? Vermutlich an einer Mischung. Während unseres Aufenthalts war Subwayfahren in Toronto fast entspannt – etwas, das wir über die Region Paris eher selten sagen würden.

Cybex Orfeo 4 in der Toronto Subway
In der SubwayAuf unseren Fahrten passte der Buggy gut hinein, ohne den Durchgang für andere Fahrgäste zu blockieren.

Streetcar

Die Streetcar haben wir nur einmal genutzt, für ein paar Stationen von Casa Loma Richtung Kensington Market. Das reicht nicht für ein allgemeines Urteil. Auf genau dieser Fahrt war sie aber nicht voll und es gab reichlich Platz für den Buggy.

Cybex Orfeo 4 in einer Toronto Streetcar
In der StreetcarAuf dieser kurzen Fahrt konnten wir den Buggy bei uns behalten, ohne den Gang zu blockieren.

Uber

Wir haben außerdem zwei Ubers genutzt: einen vom Flughafen, weil unser Flug spät und verspätet ankam, und einen vom Airbnb zur Union Station bei der Abreise. Wir hatten unsere eigene Babyschale dabei und haben sie selbst eingebaut. SUVs sind dort häufig, und in beiden Kofferräumen war genug Platz für Gepäck, Rucksack, Buggy und Babyschale.

Unser französisches Uber-Konto funktionierte in Kanada ohne besondere Einrichtung.

Bonus: Wassertaxi zu den Toronto Islands

Für die Toronto Islands nahmen wir hin und zurück ein Wassertaxi statt der Fähre, deren Schlange an diesem Tag riesig aussah. Das Einsteigen mit Buggy war unkompliziert. Es waren nur wenige Fahrgäste an Bord und genug Platz, um den Buggy neben uns zu lassen.

Cybex Orfeo 4 auf einem Toronto Wassertaxi mit Skyline im Hintergrund
Auf dem Weg zu den Toronto IslandsUnsere Alternative zur Fähre an diesem Tag: unkompliziertes Einsteigen mit Buggy und viel Platz an Bord.
Erfahrung 06

Mit Buggy in Gebäude und Sehenswürdigkeiten

Eine der besten Überraschungen waren die vielen automatischen Türen und Taster für barrierefreies Öffnen. An vielen Orten drückt man einfach den Knopf und die Tür geht auf.

Zu zweit kann eine Person die Tür halten. Allein mit Kinderwagen macht so ein Taster vermutlich einen noch größeren Unterschied.

Auch die Aufzüge waren bei uns meist geräumig und mit Buggy leicht zu nutzen – teilweise sogar zusammen mit mehreren anderen Personen.

Vier Tage reichen natürlich nicht, um eine ganze Stadt zu bewerten. In den Orten und Vierteln, die wir tatsächlich getestet haben, wirkte Toronto aber sehr zugänglich.

Taster zum automatischen Öffnen einer Tür in einer Toronto-Station
Automatischer TürtasterEin kleines Detail, das mit Buggy überraschend viel ausmacht.
Barrierefreier Aufzug in einer Toronto-Station
Der AufzugGroß genug, um mit Buggy bequem hineinzufahren.
Erfahrung 07

Pausen, Wickeln und Babybedarf

Restaurants und Cafés

Für lange Restaurantbesuche haben wir uns während dieses Aufenthalts kaum hingesetzt. Mit einem so jungen Baby war schnelles Essen für uns einfach unkomplizierter.

Bei Starbucks und Tim Hortons haben wir Pausen gemacht. In beiden Fällen war der Zugang einfach und es gab genug Platz, den Buggy abzustellen, ohne andere Gäste zu stören.

Zwei Stopps reichen natürlich nicht, um Restaurants in Toronto allgemein zu bewerten. Für diese beiden hatten wir aber keine Probleme.

Unterwegs wickeln und füttern

Wickeln war überraschend einfach. Mit Ausnahme von Casa Loma hatten alle Orte, die wir besucht haben, Wickeltische sowohl auf den Herren- als auch auf den Damentoiletten.

Zum Stillen oder für ein Fläschchen fanden wir fast immer eine Bank, ein Café oder einen anderen Sitzplatz. Mit hungrigem Baby mussten wir nie kilometerweit nach einer Möglichkeit suchen – auch das zählt als Erfolg.

Ausgeklappter Wickeltisch in einer Toilette in Toronto
Wickeltisch vor OrtSo eine Ausstattung fanden wir an vielen unserer Stopps – Casa Loma war die Ausnahme.

Windeln, Pre-Nahrung und Alltagsbedarf

Wir mussten Windeln nachkaufen und gingen dafür zu Shoppers Drug Mart, einer großen kanadischen Drogerie-/Apothekenkette mit vielen Alltagsprodukten.

In Frankreich nutzen wir normalerweise Pommette Größe 3. Anhand der Gewichtsangabe auf der Packung kauften wir Huggies Größe 2. Anfängerfehler. Die Passform wirkte deutlich kleiner als bei unseren französischen Windeln, und wir hatten mehrere Lecks.

Lektion gelernt: Eine Windelgröße lässt sich nicht automatisch von einem Markt auf den anderen übertragen. Später auf der Reise wechselten wir zu Pampers, die bei unserem Baby deutlich besser funktionierten.

Unser Baby wurde gestillt, deshalb mussten wir keine Säuglingsnahrung kaufen. Aus Neugier haben wir trotzdem geschaut und viele Marken bzw. Produktlinien nicht wiedererkannt, die wir aus Frankreich kennen.

Außerdem suchten wir nach Wattepads fürs Wickeln und fanden in dem von uns besuchten Laden keine. Die Regale waren deutlich stärker auf Feuchttücher ausgerichtet. Kein ernstes Problem – wer aber eine bestimmte Routine hat, sollte lieber einen kleinen Vorrat mitnehmen.

Erfahrung 08

Probleme, die auch eine babyfreundliche Stadt nicht lösen kann

Wir hatten während des Aufenthalts zwei wirklich schwierige Momente – und keiner davon war Torontos Schuld: zwei heftige Schreiphasen, vermutlich aus einer Mischung aus Hunger und Müdigkeit.

Die zweite passierte in Chinatown. Am Ende standen wir auf der Straße und bereiteten dort ein Fläschchen zu, um unser Baby zu beruhigen. Nicht ideal, aber in dem Moment gab es wenig Alternativen.

Das war wahrscheinlich die wichtigste Lektion unserer ersten Reise: Auch in einer Stadt, die mit Buggy sehr unkompliziert ist, bleibt ein 3 Monate altes Baby eben ein 3 Monate altes Baby. Schlaf, Hunger und spontane Stimmung halten sich nicht immer an den Sightseeing-Plan.

Erfahrung 09

Was wir in Toronto ausgegeben haben

Hier stehen nur Ausgaben, für die wir genaue Beträge behalten haben. Kanadische Dollar rechnen wir mit dem durchschnittlichen Tageskurs der Bank of Canada für August 2026 um: 1 CAD ≈ 0,6204 €.

PostenGezahlter Betrag
Airbnb · 13.–18. August837,23 €
Uber · Flughafen zur Unterkunft43,29 CAD · 26,86 €
Uber · Unterkunft zur Union Station19,23 CAD · 11,93 €
TTC mit Presto Card29,70 CAD · 18,43 €
Wassertaxi Hin- und Rückfahrt · zwei Erwachsene63,90 CAD · 39,65 €
CN Tower Flex · zwei Erwachsene140,12 CAD · 86,94 €
Casa Loma · zwei Erwachsene89,99 CAD · 55,83 €
Erfasste Gesamtkosten Toronto, ohne Versicherung1.076,86 €

Nicht enthalten sind Mahlzeiten, Lebensmittel, vor Ort gekaufte Babyprodukte und andere Ausgaben, für die wir keine exakten Beträge behalten haben. Ein ehrlicher Teilbetrag ist hilfreicher als ein erfundenes Komplettbudget.

PapaLab-Fazit

Würden wir Toronto mit Baby empfehlen?

Ja, definitiv.

Während dieser viereinhalb Tage hatten wir nie das Gefühl, dass die Stadt selbst uns das Leben unnötig schwer macht. Buggy, ÖPNV, Geschäfte, Pausen, Wickeln oder spontane Einkäufe: Das meiste lief ziemlich selbstverständlich.

Für unsere erste große Reise mit einem 3 Monate alten Baby war Toronto eine ausgesprochen positive Überraschung.

Was gut funktioniert hat
  • Breite Gehwege und unkompliziertes Vorankommen mit Buggy.
  • Angenehme Subway- und Streetcar-Fahrten unter unseren Bedingungen.
  • Viele automatische Türen, Taster und Aufzüge.
  • Pausen und Wickeln waren an den meisten besuchten Orten einfach.
Was ihr einplanen solltet
  • Nicht jeder Subway-Eingang hat einen Aufzug.
  • Windelgrößen und Passform können sich deutlich von bekannten französischen Produkten unterscheiden.
PapaScore: 4,4 von 5

Jede Kategorie wird in 0,5-Punkte-Schritten bewertet und anschließend gewichtet.

Unterwegs mit BabyGewichtung 30 %4,5/5
ÖPNV & BarrierefreiheitGewichtung 25 %4/5
Wickeln, Füttern & PausenGewichtung 20 %4,5/5
Zugang & Bewegung vor OrtGewichtung 15 %5/5
Babybedarf & Plan BGewichtung 10 %4/5
Wofür diese 4,4/5 geltenFür unseren Aufenthalt im August 2026 mit Buggy und einem 3 Monate alten Baby. Nicht bewertet wurden Winter, Rushhour, jedes Viertel oder jedes Restaurant in Toronto.
Unsere Stopps im Detail

Ort für Ort im echten Alltag getestet

Unsere Stopps in TorontoVollständige Karte öffnen ↗
Besuchter OrtBuggyfreundlich?Wickeltisch?
Toronto PearsonJaJa
CN TowerJaJa
Union StationJaJa
St. Lawrence MarketJaNicht geprüft
Casa LomaNeinNein
Kensington MarketJaNicht geprüft
ChinatownJaNicht geprüft
WassertaxiJaNein
Toronto IslandsJaNicht geprüft
Distillery DistrictJaJa
Niagara FallsJaJa
Niagara-on-the-LakeJaJa
Nathan Phillips SquareJaNicht geprüft
Eaton CentreJaJa
Sankofa SquareJaNicht geprüft
VIA RailJaJa
Ausstattung auf dieser Reise

Erwähnte Produkte

Alle Produkte unten wurden während des Aufenthalts genutzt oder verglichen. Die Links führen zu offiziellen Seiten; PapaLab erhält dafür keine Provision.

Unsere französische Referenz

Pommette Agility Dry, Größe 3

Unsere üblichen Windeln in Frankreich – und damit die Referenz bei der Auswahl vor Ort.

Produktseite →
In Kanada gekaufte Windeln

Huggies, Größe 2

Anhand der Gewichtsangabe auf der Packung gewählt; bei unserem Baby wirkte die Passform zu klein und wir hatten mehrere Lecks.

Kanadisches Sortiment →
In Kanada gekaufte Windeln

Pampers

Die Alternative, die später auf der Reise bei unserem Baby besser funktionierte. Das genaue Modell haben wir nicht notiert.

Kanadisches Sortiment →

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Quellen und Gegenprüfung

Regeln und Daten zuletzt am 26. August 2026 geprüft. Sie können sich vor eurer eigenen Reise ändern.

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